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Zürcher Stadtrat: Die Frauen sind viel bekannter als die Männer

Eine Umfrage ergab, dass Corine Mauch das bekannteste Mitglied der Stadtregierung ist. Gute Werte erzielten auch Ruth Genner und Claudia Nielsen. Die sechs Männer landeten weit abgeschlagen hinter den Frauen.

Vor allem die Frauen haben gut lachen: Daniel Leupi, Claudia Nielsen, Martin Vollenwyder, André Odermatt, Corine Mauch, Andres Türler, Gerold Lauber, Ruth Genner und Martin Waser (v. l. n. r.) nach der Konstituierung des Stadtrats 2010.
Vor allem die Frauen haben gut lachen: Daniel Leupi, Claudia Nielsen, Martin Vollenwyder, André Odermatt, Corine Mauch, Andres Türler, Gerold Lauber, Ruth Genner und Martin Waser (v. l. n. r.) nach der Konstituierung des Stadtrats 2010.
Keystone

86 Prozent der vom «Tagblatt der Stadt Zürich» in seiner heutigen Ausgabe Befragten haben Corine Mauch (SP) erkannt, wenn man ihnen ein Bild der Stadtpräsidentin gezeigt hat. Gute Werte haben auch zwei Stadtratskolleginnen Mauchs erreicht: Ruth Genner (Grüne) kam auf 77 Prozent und Claudia Nielsen (SP) auf 70 Prozent.

Schon fast abgeschlagen auf Platz 4 rangieren Daniel Leupi (Grüne) und Martin Vollenwyder (FDP). Sie werden nicht einmal von der Hälfte der 80 auf der Strasse befragten Personen erkannt (47 Prozent). Auf Rang 6 folgt mit 40 Prozent André Odermatt (SP). Damit sind die drei vor zwei Jahren neu gewählten Nielsen, Leupi und Odermatt insgesamt bekannter als die altgedienten Stadtratsmitglieder.

Türler ist am wenigsten bekannt

Denn auf den drei letzten Plätzen figurieren Gerold Lauber (CVP, 39 Prozent), Martin Waser (SP, 37 Prozent) und mit bloss 32 Prozent Andres Türler (FDP). Sie sind zusammen mit Vollenwyder am längsten im Stadtrat.

Erstaunlich ist das Resultat auch deshalb, weil der Zweitletzte Waser in der Gesamterneuerungswahl im März 2010 klar das beste Resultat erzielt hat. Der letztplatzierte Türler erzielte damals den respektablen Rang 4 von 9, während Nielsen und Leupi die Schlusslichter bildeten.

«Riesenkompliment» des Stadtrats

Zum Vergleich: In der letzten Umfrage der «SonntagsZeitung» im März 2012 erzielten sechs der sieben Bunderatsmitglieder bessere Bekanntheitswerte als Corine Mauch. Nur den Neuling Alain Berset (SP) kannten etwas weniger (85 Prozent). Ähnliche Bekanntheitswerte wie Nielsen erreichten der grünliberale Parteipräsident Martin Bäumle und der damalige BDP-Präsident Hans Grunder. Eine gewichtige Einschränkung: Die Erhebung der «SonntagsZeitung» wurde von Umfrageprofis gemacht, die weit mehr Personen (1009) in der ganzen Schweiz befragt haben.

Eine Sprecherin des Stadtrats zeigte sich im «Tagblatt» erfreut über das Umfrageresultat. «Wenn jeder dritte Zürcher alle neun Stadträte kennt, muss man der Bevölkerung ein Riesenkompliment machen», sagt sie. Auch Matthias Kappeler vom Umfrageinstitut Isopublic attestiert den Zürcherinnen und Zürchern, ihre Stadträte «verhältnismässig gut» zu kennen.

Niemand weiss, wer was macht

Ernüchternder sind die Zahlen, wenn es um die Departemente der Stadträte geht. Mit 43 Prozent am ehesten konnten die Befragten Mauch als Stadtpräsidentin und Leupi als Polizeichef orten. Aber nur 12 Prozent ordneten Genner das Tiefbau- und Entsorgungsdepartement und sogar nur 8 Prozent Odermatt das Hochbaudepartement zu.

Dass die Zuständigkeitsbereiche nicht bekannt sind, erstaunt Umfrageprofi Kappeler nicht. Die grösste Überraschung ist für ihn der dritte Platz von Claudia Nielsen in der Bekanntheitsskala. Denn Mauch profitiere von zahlreichen Auftrittsgelegenheiten und Genner von ihrer 30-jährigen Politkarriere unter anderem als Nationalrätin und Präsidentin der Grünen Schweiz. Das gute Resultat von Nielsen erklärt Kappeler mit dem Frauenbonus.

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